Gasaustritt, Feuergefahr und Stürze

Traunreuter Feuerwehr war am Wochenende im Dauereinsatz  - "In jedem Fachbereich gefordert"

Traunreut. Die ganze Bandbreite ihrer Ausbildung mussten die Traunreuter Feuerwehrler am Wochenende abrufen, als sie bei sechs Einsätzen gefordert waren. Von der Hilfe für gestürzte Menschen, über Gas- und Feueralarm bis zur Rettung von Verletzten reichten die Maßnahmen, wie 2. Kommandant Konrad Unterstein erklärte.

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Die Serie begann am Freitagnachmittag noch unspektakulär mit der Beseitigung einer Olspur am Trauming. Dabei war Unterstein mit 16 Feuerwehrlern und vier Fahrzeugen im Einsatz. Um 19.54 Uhr bemerkte das Personal Gasaustritt aus einer Kühltheke im Penny-Markt am Traunring und rief die Wehr. Kommandant Karl Heinz Erhard rückte mit dem kompletten Löschzug mit 23 Kameraden zu dem Lebensmittelmarkt aus. Dort konnte schnell Entwarnung gegeben werden: „Die Ursache war ein Austritt der Kühlflüssigkeit an der Tief    kühltheke, es bestand zu keiner Zeit Gefahr für das Personal und die Kunden“, so Unterstein.

Am Samstag um 12.21 Uhr wurde die Wehr dann zu einem „Brand“ in einem Mehrfamilienhaus an der Theodor-Körner-StraBe gerufen. Dort waren Rauchmelder in einer Wohnung im ersten Stock ausgelöst worden. Aufmerksame Nachbarn hörten den Alarm und riefen sofort die Feuerwehr, stellten Einweiser für die Rettungskräfte auf und gaben eine kurze Einweisung. Die Wohnungsinhaberin war nicht zu Hause, deshalb öffneten die Feuerwehrler die Wohnung im ersten Obergeschoss. Die Räume waren komplett verraucht und mussten von einem Atemschutztrupp abgesucht werden. Ursache war ein vergessener Kochtopf auf dem Ofen, den die Einsatzkräfte entfernten. Anschließend wurde die Wohnung belüftet. Die Wohnungsinhaberin kam während des Feuerwehreinsatzes nach Hause und musste durch die Sanitäter der Feuerwehr kurz betreut werden. „Durch die Rauchmelder und das beherzte Eingreifen der Nachbarn konnte ein größerer Schaden vermieden werden. Dieses Verhalten der Nachbarn war mustergültig“, erklärte Unterstein, der mit 30 Kräften zu dem Mehrparteienhaus als Einsatzleiter angerückt war.

Kaum waren sie zurück im Feuerwehrhaus, wurden sie um 13.29 Uhr von der Integrierten Leitstelle zur Erstversorgung eines verletzten Mädchens in der benachbarten Asylunterkunft auf dem ehemaligen Festplatz gerufen. Das etwa ein Jahr alte Kleinkind war auf einem frisch gewischten Boden ausgerutscht und hatte sich am Kopf verletzt. Die Feuerwehrler versorgten das Kind, bis es vom Rettungsdienst betreut und dann in die Klinik gebracht wurde. Nur eine Viertelstunde später wurden die Feuerwehrler zu einer gestürzten Person in einer Wohnung an der Johann-Sebastian-Bach-Straße gerufen. Auch hier leisteten die Feuerwehrkräfte Erste Hilfe bis zum Eintreffen des Notarztes und des Rettungsdienstes.

„An diesen Einsätzen sieht man, wie wichtig die umfangreiche Ausbildung in technischer Hilfeleistung, Brandbekämpfung und Erster Hilfe für die Kameraden und Kameradinnen ist. In den letzten zwölf Stunden mussten wir in jedem Fachbereich unser Können unter Beweis stellen“. so Konrad Unterstein am Samstagnachmittag. Dabei war die Einsatzserie an diesem Tag noch gar nicht beendet, denn um 19.18 Uhr rückten noch einmal 25 Traunreuter Feuerwehrler aus, weil in einem steckengebliebenen Aufzug im ersten Obergeschoss eines Hauses an der Kantstraße drei Männer festsaßen. Der Hausmeister konnte die Eingeschlossenen befreien, bevor die Wehr eintraf. So mussten die Rettungskräfte nur noch den Aufzugschacht kontrollieren. hr

Quelle: Traunreuter Anzeiger

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