Ein Funke Mut für ein Leben in Frieden
Feierliche Übergabe des Friedenslicht aus Bethlehem in Tittmoning
Tittmoning. Bei einer feierlichen Andacht in der Stiftskirche St. Laurentius empfingen mehr als 300 Feuerwehrangehörige - zum größten Teil Buben und Mädchen der Jugendfeuerwehren - das Friedenslicht aus Bethlehem. Die Feuerwehrjugend aus dem Bezirk Braunau überbrachte das, in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündete Flamme an die hiesige Feuerwehrjugend, die es in ihre Heimatgemeinden brachten und weiter verteilten.
Für Kreisbrandrat Christof Grundner brenne das Friedenslicht als Zeichen für Freundschaft zwischen den Feuerwehren des Bezirks Braunau und der Wehren im Landkreis Traunstein: „Eine Flamme, die brennt und eine enge Verbundenheit symbolisiert, die weit über den Einsatzdienst hinausgeht.“ Das Friedenslicht brenne hell und leuchte und bringe zum Ausdruck was uns ausmacht: „Zusammenhalt, Mut und Zuversicht, egal wie schwierig die Zeiten sind, die wir durchleben“, so Grundner. Das Friedenslicht sei für die Feuerwehren ein Symbol für ein würdevolles menschliches und grenzenloses Miteinander – Werte, die die Feuerwehren seit jeher verbinden und leiten. „Es ist ein großartiges Gefühl in einer solchen Gemeinschaft eingebunden zu sein“, freute sich der Kreisfeuerwehrchef.
Stiftsdekan Gerhard Gumpinger freute sich, dass die feierliche Übergabe der symbolischen Friedensflamme schon zum fünften Mal in der Tittmoninger Stiftskirche stattfindet. Er verglich das Weitertragen des Friedenslicht mit dem Geläut der Glocken der Stiftskirche, das an jedem Abend im Advent das Weihnachtsfest einläutet: Beginnend mit der kleinsten Glocke kommen nach und nach die größeren hinzu, bis ein großer gemeinsamer Chor der Glocken erschallt. Jeder einzelne Feuerwehrangehöriger ist bereit sich einzusetzen und zu engagieren. „Hilfe für andere und für Menschen in Not gelingt aber nur, wenn wir es gemeinsam tun,“ betonte der Seelsorger. Das Friedenslicht möge in alle Welt hineintragen, was in Bethlehem mit der Geburt Christi geschehen ist. Er wünschte der Feuerwehrjugend, dass das Kerzenlicht aus Bethlehem „wirklich Frieden bringe in die Städte und Dörfer, in die Pfarrgemeinden und vor allem in die Familien“.
Tittmonings Bürgermeister Andreas Bratzdrum freute sich eine so große Zahl an Feuerwehr-Angehörigen in der Stiftskirche willkommen zu heißen. Es sei ein erhabenes Gefühl, die Jugendfeuerwehr als große Gemeinschaft erleben zu dürfen. Das Friedenslicht, entzündet in Bethlehem, komme aus einer Region, in der Krieg und Gewalt den Alltag bestimmen und unüberwindbar scheinen. Der Wunsch der Menschen nach Frieden und Zusammenhalt werde umso stärker, je mehr Konflikte in der Welt und in unserer Gesellschaft aufbrechen. „Zu wenig ist uns bewusst, dass wir für 80 Jahre Frieden, Freiheit und Demokratie in unserem Land dankbar sein sollten“ bedauerte Bratzdrum. „Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts“, zitierte Bratzdrum Willy Brandt. Frieden beginne im Kleinen, durch Zusammenhalt. Das sei in den Feuerwehren sichtbar. Er dankte den Feuerwehr-Aktiven und der Jugendfeuerwehr für ihr ehrenamtliches Engagement, für ihren Dienst an der Gesellschaft und dass sie Botschafter des Friedenslichts sind. Und er appellierte an die Feuerwehrler: „Frieden braucht keine Helden, sondern Menschen, die füreinander da sind.“
Martin Brunnhuber, Landtagsabgeordneter, lobte die Jugendfeuerwehrler für ihren Dienst, das Friedenslicht zu verteilen und zu den Menschen zu bringen. „Heute geht es nicht um Technik, Übung und Einsatz, sondern um ein symbolischen Friedenzeichen. Das es brennt und zu den Menschen kommt, bedarf es vieler Hände und vieler Mitwirkenden. Feuer könne zerstören, Licht könne Hoffnung schenken. „Ein Funke Mut“ – das Motto der diesjährigen Friedenslicht-Aktion mache deutlich, dass es Mut braucht für Frieden einzutreten. „Noch mehr aber braucht es Gemeinschaft. Die Feuerwehren sind Botschafter des Friedens und leben Zusammenhalt, übernehmt Verantwortung, über alle Grenzen hinweg“, würdigte Brunnhuber. „In turbulenten Zeiten, in der viele Angst haben, wie es weitergeht, ist Hoffnung Kitt für die Gesellschaft.
"Und der Kitt der Gesellschaft seid ihr“, sprach er der Feuerwehrjugend zu.
Stiftsdekan Gumpinger segnete die Kerze des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein, die von Jugendlichen der Feuerwehren aus dem Bezirk Braunau mit der Friedenslichtflamme entzündet wurde. Und er segnete die Feuerwehrjugend, -frauen und -männer, für ihr Engagement um den Einsatz für das Gemeinwohl und für Menschen in Not. Ein Mädchen der Jugendfeuerwehr Braunau verlas das Friedenslicht-Gedicht, dass alljährlich neu von Erwin Dürnberger verfasst wird und die symbolische Bedeutung des Friedenslichts und der weltweiten Stafette deutlich macht.
Von Kerze zu Kerze wurde die Flamme an die Teilnehmer der Übergabefeier weitergegeben, die es weiter in ihre Heimatgemeinden brachten, wo es in Kirchen oder auch in den Feuerwehr-Gerätehäusern abgeholt und mit nach Hause genommen werden kann.
Zum Ende der Übergabefeier, die von der Musikkapelle Inzing-Törring musikalisch umrahmt wurde, wünschte Kreisbrandrat Christof Grundner den Feuerwehr-Angehörigen und den jungen Friedenslichtboten friedliche Weihnachtsfesttage. Er beendete die Feststunde mit dem Friedenslicht-Jahresmotto: „Ein Funke Mut - für ein Leben in Frieden, für eine Flamme der Demokratie und ein Versprechen für die Zukunft!“ pv.
Quelle: Text und Bilder Peter Volk / Kreisfeuerwehrverband Traunstein