Am vergangenen Wochenende veranstaltete die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Traunreut ihren ersten „Berufsfeuerwehrtag“

Am Freitag ab 17:30 Uhr wurde eingerückt und der erste Appell mit Begrüßung war dann pünktlich um 18:00 Uhr. Bei der Begrüßung freute sich 1. Kommandant Ingo Klepke über die Idee und auch über die Eigeninitiative der Jugend, die sich dafür aussprachen auch einmal so etwas erleben zu wollen. Begrüßen konnte er auch zwei junge Mitglied der Feuerwehren Obing und Umratshausen, die aufgrund ihrer Väter Kontakt zur Traunreuter Wehr haben. Den weitesten Weg aus Interesse, wie es die bayerischen Jugendfeuerwehren machen, hatte ein Kamerad aus dem Landkreis Ludwigshafen in Rheinland Pfalz. Die Jugendausbilder unter der Federführung von Thomas Danzer und dem Jugendwart Konrad Unterstein, hatten sich eine Menge Arbeit gemacht und ein Programm vom Freitag 18:00 Uhr bis Samstag 18:00 Uhr ausgearbeitet.

Nach dem Appell gab es die Fahrzeugeinteilung für die erste Bereitschaft und der Schlafbereich wurde vorbereitet. Anschließend ging es zur Fahrzeuginspektion und Überprüfung der Ausrüstungen. Eben genauso wie bei Dienstbeginn in einer Berufsfeuerwehr. Nach einem gemeinsamen Abendessen, auch dies musste miteinander hergerichtet werden, war Freizeit zum Kartenspielen, Kickern oder Billardspielen. Ein Teil nutze die Pausen auch zum Fußballspielen im Übungshof.

Um 21:48 gab es dann den ersten Alarmgong mit der Durchsage, „Starke Rauchentwicklung in einer Tiefgarage in der Trostberger-Straße. Worauf dann Ruck Zuck der Löschzug ausrückte. Es musste eine lange Schlauchleitung gelegt werden, und kürzlich in den aktiven Dienst übernommene Jugendliche, suchten unter Atemschutz die Tiefgarage mit einer Wärmebildkamera nach einer vermissten Person ab, die dann auch relativ schnell gerettet werden konnte.

Nach der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft, wie Schläuche bestücken und die Atemschutzgeräte einsatzklar machen, gab es eine kurze Manöverkritik. „Um Fehler in Zukunft zu vermeiden, müssen sie auch angesprochen werden“ so der stv. Jugendwart Danzer.

Anschließend war Zeit um die Kameradschaft zu pflegen, denn diese ist ein ungemein wichtiger Bestandteil in der Freiwilligen Feuerwehr. Kamerad sein und sich im Ernstfall tausend prozentig auf den anderen Verlasen zu können ist unumgänglich.

Ab 23:00 Uhr war Bettruhe bis die Mannschaft dann um 04:00 Uhr zu einem weiteren Einsatz aus dem Schlaf gerissen wurde. „B-BMA, war das Alarmstichwort. Auslösung der Brandmeldeanlage in der Kläranlage Traunreut. Mit kleinen Augen wurden die Fahrzeuge besetzt. Schnell stellte sich aber heraus, dass es ein Fehlalarm war. Auch das ist Tagesgeschäft einer Berufsfeuerwehr. Anschließend wurden wieder alle zum Schlafen geschickt, wobei die meisten nicht richtig einschlafen konnten, da jeder im Unterbewusstsein schon den nächsten Alarmgong im Ohr hatte. Um 06:30 Uhr hieß es dann Wecken und Aufstehen. Im Team wurde das Frühstück hergerichtet und anschließend war Fahrzeugkunde in der Halle. Gegen 08:30 Uhr gab es den nächsten Alarm. Diesmal war es ein technischer Hilfeleistungseinsatz. Eine Person war in einen Schacht gestürzt und musste aufgrund der Verletzung von der Feuerwehr gerettet werden. Um dem Szenario noch mehr Realität zu Vermitteln, war hierbei auch die Bereitschaftskolonne des Traunreuter Roten Kreuzes mit einem Rettungswagen beteiligt. Ruhig und umsichtig wurde die Person mit dem Rollgliss über eine Bockleiter gerettet.

Zur Mittagszeit schaute dann auch 1. Bürgermeister Franz Parzinger vorbei. Zum einen wollte er der Jugendgruppe, die eine Woche vorher den 2 Platz beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Obing erreichte noch persönlich gratulieren und zum anderen lud er sie nach der Sommerpause zu einer Brotzeit mit allen Jugendgruppe der Traunreuter Feuerwehren ein. Er zeigte sich sehr erfreut über das Engagement, auch einmal einen anderen und abwechslungsreichen Weg in der Ausbildung zu gehen. Besonders gefiel ihm dabei die Möglichkeit der Gemeinschaft und Kameradschaft.

Nach der Mittagspause galt es dann eine Katze von einem Baum zu retten. Dazu war keine Drehleiter möglich, sondern die Jungen und Mädchen mussten dazu die 4-teílige Steckleiter aufbauen. Gekonnt wurde die Katze gerettet und in den bereitgestellten Transportkäfig gesteckt. Da spielte es keine Rolle, dass es nur eine Stoffkatze war.

Das Übungsvorbereitungsteam, um Fritz Habenicht und Rainer Wieden haben mit einer Nebelmaschine den Container und den Containerplatz im Trausteiner Wald kräftig verraucht, sodass um 14:05 Uhr wieder der Einsatz des Löschzuges notwendig war. Die Verrauchung war so stark, dass so mancher Anwohner dies für einen echten Brand hielten. Durch die starke Verrauchung, in diesem Fall eigentlich Disconebel, mussten die jungen angehenden Feuerwehrleute mit angelegten Atemschutzgeräten vorgehen. Selbstverständlich ohne Masken, denn sie haben ja noch keinen Lehrgang, konnten bei der Gelegenheit aber schon mal spüren, wie es ist, in einem Einsatz Atemschutz zu tragen. „Das geht ja ganz schön ins Kreuz auf die Dauer“ so das Statement eines Jugendlichen. Nach einer halben Stunde erfolgreicher Brandbekämpfung, konnte der Löschzug wieder zur Hauptwache Stadtmitte zurückkehren, wie das Gerätehaus inzwischen von den Jugendlichen umbenannt wurde.

Gegen 16:00 Uhr war dann der letzte Brand am ehemaligen FC Platz in den Traunauen zu bekämpfen. Diese Einsatzstelle war ein größeres Lagerfeuer, damit auch eine Strahlungshitze für die Jungfeuerwehrler spürbar war. Um ein Übergreifen auf Bäume und Sträucher zu verhindern, musste nach dem Saugleitung kuppeln und ansaugen aus der Traun ein breiter Sperrgürtel mit Schläuchen aufgebaut werden. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen kühlten sich dann alle Beteiligten in einer großen Wasserschlacht ab. Das hat natürlich zum Schluss noch einmal allen so richtig viel Spaß gemacht. Insbesondere auch deshalb, da die Jugend die Gelegenheit nutzte, auch ihre Ausbilder entsprechend mit den Strahlrohren einzuweichen.

Beim gemeinsamen Grillen am Abend, klang dann der 1. Berufsfeuerwehtag aus, der im nächsten Jahr sicher wiederholt wird.

Wie kommt man eigentlich zur Jugendfeuerwehr und wie können interessierte Kontakt aufnehmen. Zum einen gibt es die Möglichkeit über die Internetadresse www.ff-traunreut.de oder man schaut einfach mal an einem Mittwochabend beim Feuerwehrgerätehaus vorbei. Ab dem vollendeten 14. Lebensjahr kann man in die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Traunreut oder in eine andere Wehr eintreten. Nach einer 2-jährigen Grundausbildung mit einem Prüfungsabschluss zum Truppmann darf man dann schon einmal beim Einsatzdienst reinschnuppern. Dies allerdings nur in gesicherten Einsatzbereichen, also nicht im direkten Gefahrenbereich. Aufgrund des Versicherungsschutzes und der Gesetzeslage können die Jugendlichen erst nach dieser Lehrzeit und dem Erreichen des 18. Lebensjahres in unterschiedliche Aufgabe starten. Möglich sind dann eine Atemschutzausbildung zur Innenbrandbekämpfung oder Lehrgänge zur technischen Hilfeleistung, Absturzsicherung, Funk oder Maschinisten für Löschfahrzeuge.

„Die Welt lebt von den Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht“. Dieses Zitat von Ewald Balder ist ein Leitspruch für den Traunreuter Feuerwehrchef Ingo Klepke. „Durch den dermatologischen Wandel wird es für die Feuerwehren und Hilfskräften anderer Organisationen immer schwieriger werden, unser ehrenamtliches Rettungssystem in Deutschland aufrecht zu erhalten“ so Klepke. Das macht eine noch intensivere Jugendarbeit notwendig und ich bin stolz auf unsere Jugend, die sich bei der Jugendwerbung selbst so aktiv einbringt. So haben sie selbst Flyer entworfen die sie dann an ihrem selbst kreierten Informationstand auslegen. So gesehen Werbung von der Jugend für die Jugend. „Die Jungs und Mädls wissen am besten, was bei ihnen ankommt“ ergänzt Jugendwart Konrad Unterstein. Wir als Feuerwehr freuen uns über jeden geeigneten Jugendlichen der zu uns kommen möchte, denn hier erlebt er Verantwortung, Disziplin und Kameradschaft.

15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...
15.07.2011 1. Be...

Zum Seitenanfang